Vor- und Nachteile von Multi-Purpose-Themes

Ein WordPress-Blog-Theme
Foto: © Pankaj Patel/unsplash.com

Das Content-Management-System (CMS) WordPress erfährt seit Jahren eine steigende Beliebtheit. Rund ein Drittel aller Websites läuft mit WordPress. Attraktiv ist es auch deshalb, weil die Einstiegshürden sehr gering sind: Das System ist Open Source und damit als Software kostenlos, die Bedienung gilt als einfach und die Community ist vielleicht so groß und lebendig wie bei keinem anderen Content-Management-System. Aus Massen an Plugins und Themes können versierte Anwender:innen eine Website entsprechend eigener Bedürfnisse zusammenklicken. Eine Besonderheit stellen »Multi-Purpose-Themes« dar.

Was sind Multi-Purpose-Themes?

Multi-Purpose-Themes — zu Deutsch ungefähr so etwas wie »Mehrzweck-Gestaltungs­vorlagen« — lassen sich weitestgehend universell einsetzen. Anders als bei anderen vorgefertigten Themes hat man viele Freiheiten in der Wahl der Seitenlayouts, Farben, Typografie und Funktionen. Mit ein wenig Kreativität lassen sie sich für verschiedenste Branche und Anwendungsfälle einsetzen. Die Spannbreite reicht dabei von Blogs, Portfolios bis hin zu ganzen Online-Shops. Viele Erweiterungen, die man sonst gegebenenfalls als Plugin installieren müsste, sind bereits im Theme eingebettet. Das betrifft beispielsweise die Integration von Social Media, Werkzeuge zur Suchmaschinenoptimierung oder Slideshows. Die resultierende Zeitersparnis ist ein Vorteil dieser Lösung.

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Freemium-Modell

Viele Multi-Purpose-Themes sind kostenlos zu haben. Einige Funktionen werden jedoch erst in kostenpflichtigen Premium-Versionen freigeschaltet. Je nach Theme und Abrechnungsmodell fallen die Kosten einmalig oder jährlich an.

Die Bezugsquellen sind in der Regel außerhalb des offiziellen WordPress-Theme-Verzeichnisses. Die Themes innerhalb dieses Verzeichnisses werden von Review-Teams kontrolliert, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Fehlender Datenschutz

Eine Schwierigkeit stellt die Vereinbar­keit mit der Datenschutz­grund­verordnung (DSGVO) dar. Vor der Verwendung des Themes sollte genau geprüft werden, ob und welche externen Server serverseitig (vom Webserver ausgehend) und clientseitig (vom Browser ausgehend) angefragt werden.

Ein Beispiel, das auf praktisch alle Multi-Purpose-Themes zutrifft, sind die Schriften: So hat man in den Gestaltungs­optionen die Wahl zwischen verschiedenster Typografie für die Website. Die ausgewählten Webfonts werden beim Seitenaufruf aber meist über Google Fonts geladen. Dabei werden personenbezogene Daten an Server von Google in den USA übermittelt. Hierfür gäbe es in Deutschland zwei mögliche Rechtsgrundlagen: Die Website erfragt eine Einwilligung der Nutzer:innen zur Verarbeitung der personenbezogenen Daten über Google Fonts, was die Themes wiederum nicht vorsehen, oder die Betreiber:innen der Website argumentieren mit einem überwiegend berechtigtem Interesse. Eine Rechtssicherheit, dass die Aufsichtsbehörden in den technischen Umständen ebenfalls ein überwiegend berechtigtes Interesse sehen, gibt es nicht.

Oft werden auch weitere Ressourcen von fremden Servern geladen. Die Möglichkeit, diese lokal bereitzustellen, ist mit manuellem Aufwand verbunden.

Für eine rechtssichere Verwendung sollte ebenfalls geprüft werden, welche Cookies das Theme eventuell setzt.

Performanceprobleme der Multi-Purpose-Themes

Ein anderer Nachteil ist die Performance der Multi-Purpose-Themes. Dadurch, dass die Themes den Anspruch haben, möglichst universell zu funktionieren, werden oft viele Ressourcen mitgeladen, obwohl sie gar nicht benötigt werden. Multi-Purpose-Themes sind nicht auf den individuellen Anwendungsfall zugeschnitten. Dieser Ballast mindert die Qualität der Website in zweifacher Hinsicht: Zum einen sinkt die Nutzungsfreundlichkeit, da insbesondere auf mobilen Endgeräten die Ladezeit dadurch maßgeblich verlangsamt werden kann. Falsch dimensionierte Grafiken können darüber hinaus auch das Datenvolumen der Nutzer:innen empfindlich angreifen. Zum anderen ist eine schlechte Seitenladezeit schädlich für die Suchmaschinenoptimierung (SEO). Google fasst verschiedene Faktoren der Seitenladezeit als sogenannten »PageSpeed« zusammen. Mit Tools von Google wie PageSpeed Insights oder Lighthouse in Chrome ist der PageSpeed prüfbar und analysierbar.

Anzumerken ist auch, dass die gestalterischen Anpassungen in der Datenbank gespeichert werden — und für gewöhnlich nicht im Stylesheet. Das erhöht die Serverlast mit jedem Seitenaufruf, wenn kein Caching-Plugin genutzt wird.

Support

Bei der Anwendung eines Multi-Purpose-Themes ist man auf den Support der Entwickler:innen angewiesen. Man muss darauf vertrauen, dass das Theme auch langfristig mit Updates versorgt wird, um eine sichere WordPress-Instanz zu betreiben. Bei der Einrichtung und Konfiguration ist eine gute Dokumentation der Entwickler:innen manchmal von Nöten. Falls es zu Problemen kommt, muss man auf einen Service hoffen, der sich dem Problem annimmt. Einen echten, persönlichen Kontakt mit gleichbleibenden Ansprechpartner:innen wie bei professionellen Webdesigner:innen gibt es mit dem Kauf nicht.

Bindung: Ein späterer Themewechsel ist kaum möglich

Dadurch, dass viele Funktionen, die weit über die Gestaltung hinausgehen, im Multi-Purpose-Theme integriert sind, kann Selbiges später nur mit großem Aufwand gewechselt werden. Inhalte und Einstellungen gehen gegebenenfalls verloren.

Blendende Demo-Seiten

Demo-Seiten dieser Themes sind oft hervorragend gestaltet. Viele von ihnen nutzen großflächige Fotografien von Architektur oder professionellen Models im Hochglanzlook. Anwender:innen sollten hier aber prüfen, ob die eigenen Inhalte wirklich darauf übertragbar sind. Wer Slideshows im Großformat nutzen will, benötigt aussagekräftige Fotos, die oft nicht mit dem Smartphone zu machen sind.

Schon auf den Demo-Seiten sollte das Verhalten auf allen Geräten getestet werden, die zu Verfügung stehen. Dabei kann geprüft werden, ob die Navigationsmechanismen sich korrekt verhalten und an der entsprechenden Stelle sitzen. Vor allem bei interaktiven Elementen stellt sich oft die Frage, wie flexibel deren Anwendung wirklich ist. Sind sie beispielsweise auch auf Unterseiten nutzbar?

Barrierefreiheit

Der Fokus dieser Themes liegt auf der maximalen Flexibilität. In der Regel leidet darunter die Barrierefreiheit der Website, weil ein semantischer Seitenaufbau überlegt sein will. Für die Optimierung von Hilfstechnologien ist dieser elementar.

Fazit

Grundsätzlich haben Multi-Purpose-Themes ihre Berechtigung. Mit relativ einfachen Mitteln lassen sich schnelle Ergebnisse erzielen. Viele praktische Aspekte sprechen aber gegen eine Verwendung von Multi-Purpose-Themes. Deshalb sollte ein eventuell eingespartes Budget mit negativen Effekten auf die Suchmaschinenplatzierung oder die Nutzungsfreundlichkeit gegenübergestellt werden.

Aus Marketingsicht stellen sich auch noch weitere Fragen zur Verwendung von Multi-Purpose-Themes. Mitunter ist es schwer, mit einer erkennbaren Baukastenlösung selbst ein gewisses Preisniveau glaubhaft rechtfertigen zu wollen. Auch hinsichtlich Wiedererkennungswert und Markenbindung ist ein durchdachtes Gestaltungskonzept ratsam.

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