Content-Management-Systeme im Vergleich: Welches sollte ich nehmen?

Ein Treppenhaus in einer Bibliothek als Sinnbild für die Organisation von Inhalten
Foto: © Amelie & Niklas Ohlrogge/unsplash.com

Mit einem Content-Management-System (kurz CMS) können Inhaber:innen einer Website die Inhalte selbst bearbeiten. In der Regel funktioniert das ganz ohne Programmierkenntnisse. Gerade bei regelmäßigen Aktualisierungen oder umfangreichen Seitentiefen spart man schnell Wartungskosten, wenn sie sonst manuell eingearbeitet werden müssten.

WordPress

Beginnen wir damit, woran die meisten Webmaster zuerst denken: WordPress. Ein gutes Drittel aller Websites im Internet wird mit WordPress betrieben. Es ist Open Source, jede:r kann es also frei herunterladen und anpassen. Es ist deshalb auch eine riesige Community um das Content-Management-System entstanden. Nur über WordPress gibt es unzählige Foren, Bücher und sogar Printmagazine am Bahnhofskiosk. Besonders attraktiv wird die Größe der Community aber durch die vielen Themes und Plugins, mit der man seine Installation auf seine Bedürfnisse ausrichten kann. Es gibt inzwischen sogar ganze Shopsysteme, die man als Plugin auf seine WordPress-Instanz aufbauen kann.

Allerdings ist WordPress auch in der Performance schnell ein echtes Schwergewicht. Ursprünglich, und das ist immer noch gut erkennbar, war WordPress eine unkomplizierte Lösung für Blogs. Es ist darauf ausgerichtet: auf Beiträge, die verschlagwortet, kategorisiert, kommentiert, angepingt oder als Feed abonniert werden können. Daneben gibt es Seiten, sozusagen die Unterseiten des Blogs. Das sind die Kernfunktionen von WordPress, die immer enthalten sind. Deshalb sollte man sich zweimal überlegen, ob man wirklich einen simplen One-Pager mit WordPress umsetzen will, nur weils mit dem richtigen Theme geht. Die Performance, die auch für die Suchmaschinenoptimierung relevant ist, leidet darunter.

Vorsicht sollte man auch bei der Wahl seiner Themes und Plugins walten lassen kann. Je mehr Plugins man installiert, desto mehr potenzielle Einfallstore schafft man damit auch. Insbesondere gilt das bei Plugins, die nur sehr unregelmäßig aktualisiert werden. Durch seine hohe Beliebtheit ist WordPress ohnehin ein beliebtes Ziel von Angriffen.

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Joomla

Böse Zungen behaupten, Joomla hätte die beste Zeit hinter sich. Das Content-Management-System ist fast so alt wie WordPress und war auch ähnlich beliebt wie WordPress. Doch der Boom zog und zieht an Joomla vorbei — inzwischen ist die Zahl der mit Joomla betriebenen Websites sogar rückläufig. Dabei hat Joomla sogar schlagende Vorteile. Eine Funktionalität zur Mehrsprachigkeit ist in Joomla bereits integriert, während sie in WordPress durch Plugins ergänzt werden muss. Auch die Rechteverwaltung ist in Joomla leistungsfähiger.

TYPO3

Der nächste Riese ist TYPO3 — und nennt sich selbst am liebsten »Enterprise-Management-System«. Das zeigt auch schon die Qualität dieses Systems auf: Besonders für Unternehmen mit großen Internetauftritten oder eCommerce-Plattformen ist TYPO3 geeignet. Zwei wesentliche Gründe dafür sind die ausgearbeitete Rechteverwaltung für viele Mitarbeitenden mit Zugriff auf das Backend und die mögliche Anbindung an CRM- oder ERP-Lösungen. TYPO3 hat einen riesigen Funktionsumfang, aber leider geht damit oft auch eine gewisse Einarbeitungszeit für fachfremde Seiteninhaber:innen einher.

Drupal

Eine Nummer kleiner ist Drupal. Für den Einsatz in Unternehmen und Institutionen ist es meist auch geeignet, da die Grundinstallation schlanker ausfällt, aber umso modularer erweitert werden kann. Komplexe Seitenstrukturen auch mit größeren Mengen an Inhalten lassen sich mit Drupal bewältigen. Auch Benutzerrollen und -rechte lassen sich fein graduieren, um einen Einsatz in größeren Teams zu ermöglichen.

Kirby

Seit ein paar Jahren erfreut sich das Content-Management-System Kirby vor allem durch seine Schlankheit stetig an Beliebtheit. Im Vergleich zu den zuvor genannten Content-Management-Systemen benötigt Kirby keine Datenbank, sondern nutzt schlichte Textdateien, sogenannte Flatfiles, für seine Organisation der Inhalte. Wer hier »out of the box« eine Website erwartet, die ähnlich wie mit WordPress nur noch mit Inhalten befüllt werden will, liegt aber falsch. Eine kleine Community, die fertige Themes zur Verfügung, gibt es zwar auch, aber die wahre Größe liegt in der Anpassbarkeit. Die Blueprints, welche die Seitenstruktur definieren, lassen sich aus einer großen Auswahl an Fields, also Feldern, mit denen man die Inhalte aufgliedern kann, selbst zusammensetzen. Was sehr abstrakt klingt, bringt in der Praxis eine große Freiheit im Aufbau der Website.

Ein weiterer Unterschied zu den bisher genannten Systemen ist die Lizenz. Kirby hat eine proprietäre Lizenz und kostet 99 Euro brutto. Eine Open Source-Alternative zu Kirby ist Grav, welches ebenso keine Datenbank benötigt.

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