Auf umweltfreundlichem Papier drucken: Siegel, Garantien und Tücken

Gerodete Bäume im Schwarzwald
Foto: © Ruben Hanssen/unsplash.com

Worauf drucken Sie Ihre Geschäftsausstattung samt Briefbögen, Visitenkarten, Broschüren? »Na, Papier, natürlich« — mit Blick auf die Umwelt lohnt es aber, genau hinzuschauen. Labels, Zertifizierungen und Siegel helfen durch den Dschungel der schier unendlichen Auswahl an Papieren.

Der Blaue Engel

Der Blaue Engel vom Bundesumweltministerium ist in Deutschland ein bekannter Wegweiser, wenn es um nachhaltigen Konsum geht. Auch weltweit ist er führend: Er ist das erste und älteste Umweltsiegel zur Kennzeichnung von Produkten und Dienstleistungen. Besonderes Vertrauen genießt der Blaue Engel auch durch die strengen Anforderungen. Das ist beim Papier nicht anders: Mit diesem Siegel gekennzeichnetes Papier enthält Fasern aus 100 Prozent Altpapier. Statt Waldrodung gilt hier Kreislaufwirtschaft. Gegenüber Frischfaserpapier spart man auch 70 Prozent Wasser und 60 Prozent der aufgebrachten Energie. Es ist außerdem eine Garantie dafür, dass auf schädliche Chemikalien oder optische Aufheller wie Chlor, Bleich- oder Färbemittel verzichtet wird.

Und trotzdem kann man noch einen Schritt weitergehen: Der Blaue Engel wird nicht nur für Papier, sondern auch Druckerzeugnisse vergeben. Dabei werden Ihre Broschüren, Visitenkarte oder andere Werbemittel mit schadstoffarmen Farben, Lacken und emissionsarmen Klebstoffen produziert.

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FSC®

Das »Forest Stewardship Council®« (FSC®) ist eine internationale Non-Profit-Organization mit dem Ziel der Gewährleistung einer nachhaltigen Forstwirtschaft. Weltweit einheitliche Standards sollen dabei helfen. Das gilt nicht nur für Produkte aus dem Forstbetrieb, sondern auch für Nebenprodukte des Waldes wie Reisig, Beeren oder Pilze. Aber bleiben wir beim Holz: Mit dem FSC®-Siegel wird garantiert, dass die »chain of custody«, also die Produktkette vom Hersteller bis zum Händler zertifiziert ist. Das eingesetzte Holz muss bis zum Ursprung verfolgt werden können. Über die Lizenznummer innerhalb des Labels kann man in der Online-Datenbank des FSC selbst einsehen, welches Unternehmen hinter dem Produkt steht. Für Papierprodukte gibt es drei Kategorien des Siegels:

»FSC® 100%« stellt sicher, dass das Papier zu 100 Prozent aus Frischfasern aus zertifizierten Wäldern oder Plantagen besteht. Damit ist es bereits weniger streng als der Blaue Engel, der gar nicht erst in den Wald geht, aber bescheinigt immerhin eine verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung.

Bei »FSC®-Mix« geht es etwas bunter zu: Das Papier muss zu 70 Prozent Frischfasern aus besagten zertifizierten Wäldern, Altfasern oder einer Mischung aus beidem bestehen. Die anderen 30 Prozent ergeben sich aus Frischfasern, deren Herkunft nicht zertifiziert, sondern nur kontrolliert ist.

Mit »FSC® Recycled« gibt ebenfalls der Name bereits Aufschluss über die Anforderungen: Dieses Papier muss zu 100 Prozent aus Altpapier bestehen.

PEFC

In den Zielsetzungen ähneln sich das FSC® und das »Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes™« (PEFC™). Die Zielsetzung verfolgt die Erhaltung der Wälder und des ökologischen Gleichgewichts, auch das Vorgehen ist vergleichbar. Die Bundesregierung sieht das übrigens ähnlich: In den eigenen Beschaffungsrichtlinien gelten die beiden Siegel als gleichwertig. Auch die PEFC™-Zertifizierungen erfolgen nur mit sichergestellten Produktketten. Kontrolliert werden die Richtlinien aber durch unabhängige Organisationen wie den TÜV. Auch hier gibt es wieder drei Varianten:

»PEFC™ zertifiziert« legt fest, dass das Papier zu mindestens 70 Prozent aus zertifizierten Material aus zertifizierten beziehungsweise anerkannten Wäldern oder Recycling-Material besteht.

»PEFC™ recyclet« garantiert, dass das Papier mindestens 70 Prozent zertifiziertes Material aus Recycling-Quellen enthält.

»PEFC™ regional« stellt zusätzlich sicher, dass das Unternehmen Holz aus der Region verwendet hat.

Wo Skepsis angebracht ist

Oft wird mit chlorfreiem Papier geworben. Damit meint man, dass das Papier ohne elementarem Chlor gebleicht wird. Dabei entstehen nämlich Verbindungen aus Chlor und organischen Kohlenwasserstoffen, die biologisch sehr schwer abbaubar sind. Allerdings ist das seit Jahrzehnten der Standard in Deutschland und keine herausragende Qualität, dass das Papier ohne elementarem Chlor gebleicht wird. Mitunter wird stattdessen auch Chlordioxid eingesetzt und mit »ECF-Bleiche« (Elementary Chlorine Free) geworben — in dreisten Fällen wird selbst das noch chlorfrei genannt. Auch hierbei entstehen umweltschädigende Verbindungen. Lediglich die »TCF-Bleiche« (Totally Chlorine Free) schafft hier die Sicherheit, dass vollständig auf Chlorverbindungen verzichtet wurde.

Tropenwaldfrei klingt ebenfalls umweltfreundlich, kann aber immer noch extrem umweltschädigend sein. Schließlich sind wichtige Urwälder außerhalb der Tropen oft nicht weniger gefährdet.

Noch trügerischer wird es beim holzfreien Papier. Das bedeutet nämlich keineswegs, dass für dieses Papier keine Bäume gefällt wurden. Oft ist damit gemeint, dass das Papier Holzstoff-frei ist. Hierbei wurde Lignin aus den Grundstoffen gelöst, sodass das Papier nicht so schnell vergilbt.

Fazit

Wenn es um die Hartnäckigkeit geht, ist der Blaue Engel in dieser Liste der klare Gewinner. Mit Fasern aus 100 Prozent Altpapier setzt er besonders strenge Anforderungen. Allerdings muss das Papier auch zu Ihrer Marke und der gewünschten Wirkung auf Ihre Zielgruppe passen. Dabei müssen manchmal Kompromisse eingegangen werden. Allerdings finden sich für fast jeden Zweck umweltfreundliche Papiere, auf denen Ihre Geschäftsausstattung gedruckt werden kann. Von einigen Werbebezeichnungen sollte man sich dabei nicht blenden lassen.

Die Agentur pepper berät Sie bei der Wahl des Corporate Papers und gestaltet auch gerne Ihren Geschäftsauftritt auf einem Papier, das zu Ihnen passt. Fein, markant, rau, naturweiß oder strahlend weiß — die Möglichkeiten sind vielfältig. Mit Erfahrungswerten und Papiermustern wird Ihnen die Entscheidung leicht gemacht.

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